
Unsere moderne Lebenswirklichkeit stellt vielfältige Ansprüche an unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.
Im ersten Drittel unseres Lebens gilt es, Fähigkeiten und Kenntnisse zu erwerben und zu schu-
len, welche uns einen erfolgreichen Existenzaufbau, ein ausgefülltes Privatleben und eine gute und robuste gesundheitliche Konstitution ermöglichen. Im mittleren Drittel sollen die vorhan-
denen Fertigkeiten erhalten (Stichwort: „nachhaltiger, gesundheitsbewusster Lebensstil“) und möglichst ständig weiter ausgebaut („lebenslanges Lernen“) werden. Im späten Drittel möchten wir schließlich die Früchte eines anspruchsvollen, oft Körper und Seele belastenden Arbeits-
lebens so lang wie möglich bei guter physischer und psychischer Gesundheit genießen.
Ein hoher Grad an Fitness ist dafür notwendig und Fitnesstraining ein wertvolles und wirksames Instrument, diesen zu erreichen und aufrechtzuerhalten.
Belastbar in allen Lebenslagen, konzentriert und lernfähig. Die Bewegungen kraftvoll und sicher; der Rücken, die Gelenke und die Muskulatur schmerzfrei. Mit einem starken Herz, einem stabilen Kreislauf und einem schlan-
ken bis mittleren Körperumfang ausgestattet. Durch den Alltagsstress nicht aus der Bahn zu werfen. Von solch einem Menschen sagt man: Der/die ist aber fit!
Doch nur wenigen Zeitgenossen wird dieser Zustand quasi wie von selbst geschenkt und das auch nur für eine gewisse Zeit. Den Verfall von Körper und Seele können selbst die besten Gene nur begrenzt aufhalten, wenn wir Raubbau an uns selbst betreiben. Umgekehrt hat jeder Mensch die Chance, die eigene Fitness im Rahmen seiner Möglichkeiten durch gezieltes Fitnesstraining positiv und nachhaltig zu beeinflussen. Auch eine bewusste Ernährung sowie der Verzicht auf Drogen bzw. der vernünftige Umgang mit Genussmitteln (Alkohol, Nikotin etc.) helfen dabei, Stresssituationen zu meistern und die körperliche Leistungsfähigkeit zu erweitern. Dabei ist es prinzipiell egal, in welchem Fitnesszustand und in welchem Alter man mit dem Fitnesstraining be-
ginnt: Bei regelmäßiger sportlicher Betätigung wird sich schnell ein deutlich spürbarer Effekt einstellen. Darüber hinaus lässt sich die verbesserte Fitness selbstverständlich auch sehr bald objektiv nachprüfen, ist also mess-
bar und nicht "nur" gefühlt.
Fitnesstraining unterscheidet sich durch die grundsätz-
liche Zielstellung von Wettkampf- oder Leistungssport ebenso wie von krankengymnastischen oder rehabili-
tativen (wiederherstellenden) Übungen.
Weder ein sportliches Ziel noch die Linderung oder Aus-
heilung von durch Erkrankung oder Verletzung eingebüß-
ten körperlichen Fähigkeiten, sondern gezielte Bemühun-
gen zur allgemeinen Steigerung der Gesundheit und Leis-
tungsfähigkeit stehen beim Fitnesstraining im Mittelpunkt. Im Unterschied zu anderen Teilbereichen von Wellness, nimmt bei der Fitness der unmittelbare Genuss einen ge-
ringeren Stellenwert ein, der Aspekt der selbst geleis-
teten Anstrengung steht im Vordergrund.
Fit zu sein, kann jedoch eine der Voraussetzungen fürs Wohlbefinden sein - und um genießen zu können.
Grundsätzlich erhöht jede körperliche Betätigung den Grad unserer Fitness. Wenn wir das Auto stehen lassen und kürzere Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen, oder wenn wir täglich mehrmals mit dem Hund vor die Tür gehen, ist schon ein guter Anfang gemacht. Gezieltes Training, beispielsweise in einem Fitness-
studio - gegebenenfalls auch unter Anleitung von Ärzten oder speziell geschulten Fitnesstrainern, erfordert un-
zweifelhaft ein noch höheres Maß an Disziplin und Leistungsbereitschaft, aber die Resultate sind es allemal wert. Wir senken das Risiko u. a. für Herz-Kreislauferkrankungen, bauen Stress und Spannungszustände ab und erhöhen unsere Lebenserwartung. Typischen Zivilisationskrankheiten wie etwa Adipositas (Fettleibigkeit) oder Muskelproblemen kann durch systematisches Fitnesstraining nicht nur vorgebeugt sondern sogar dauer-
haft beigekommen werden.
Zu einem ausgewogenen Training der körperlichen Fitness gehören neben Kraft- und Ausdauereinheiten auch Übungen zur Verbesserung der Körperbeherrschung und Beweglichkeit (Koordinationstraining).
Letztlich ist die Idee hinter „Fitness“ eine ganzheitliche: Auch eine ausgewogene, gesunde Ernährung und ein verantwortungsbewusster, vernünftiger Umgang mit anderen Genussmitteln (Alkohol, Nikotin etc.) gehören dazu. Im weiteren Sinne ist auch eine intensive geistige Betätigung eine Art Fitnesstraining. Insbesondere für ältere Menschen ist es wichtig, die „kleinen, grauen Zellen“ regelmäßig zu trainieren, möglicherweise durch das Lösen von Rätseln oder das Mitraten beim Fernsehquiz. Noch besser sind jedoch gemeinsame Aktivitäten mit anderen Menschen. Seniorensport in der Gruppe bietet neben der körperlichen Ertüchtigung jede Menge Ge-
sprächsmöglichkeiten; und rege Sozialkontakte beugen erwiesenermaßen demenziellen Erkrankungen vor.
Datum der letzten Änderung: 25. Februar 2010, (Matthias Potysch)